Mittelalter

Mittelalterdarstellung ist für uns 2006 wichtiger geworden, konzentriert auf das spätere 15. Jahrhundert in der Alten Eidgenossenschaft , und zwar fast zwingend, aufgrund unserer Beschäftigung mit dem Langen Schwert und den Quellen der Deutschen Schule (eine parallele Entwicklung haben übrigens auch die Dreynschläger durchgemacht). Oft stellen wir eine Fechtschule oder Fechtbude dar, und wie in der historischen Realität vermischen sich “zirzensisches” Schaufechten und martialisches Söldnertum.

historische Fechtschulen

Fechter und Fechtschulen spielen in der Eidgenossenschaft des 15. Jh. im Vergleich zu den bereits damals allseits beliebten Schützenfesten eine untergeordnete Rolle. Zürich, Basel und Luzern bilden sozusagen das südliche Randgebiet der schwäbischen Fechtszene. Vagante Fechtmeister stammen oft aus diesem Raum (Nürnberg, Augsburg, München), oder aus dem Osten des Reiches (Dresden, Danzig, Wien), aber auch Meister aus der Schweiz sind unterwegs, so Iffo von Unterseen 1459 in Luzern, oder Peter Schwyzer von Bern 1485 in Basel. Die Schweizer galten umgekehrt als Spezialisten für Stangenwaffen und Infanteriekrieg; um 1479 wurden drei St. Galler von von der Stadt Nürnberg besoldet, die Nürnberger Bürger im Fechten mit dem Spiess zu unterrichten (St. Gallen war seit 1451 “Zugewandter Ort” der Alten Eidgenossenschaft).

In Basel soll seit 1485 eine beständige Fechtschule existiert haben, in Luzern verbieten hingegen Räte und Hundert 1463 jegliche Fechterei vor dem Rathaus. In Zürich unterrichtet Hans Talhoffer 1454 vor dem Rathaus. Im 15. Jh. sind die Fechtschulen allerdings noch dünn gesät und haben eher provisorischen und zufälligen Charakter. Nur ein einziges Eidgenössisches Fechtbuch ist uns bekannt, die Zettel von Hugo Wittenwiler (um 1470). Die wandernden Fechtmeister bieten der Stadtbevölkerung vor allem Abwechslung und Spektakel, oft näher bei Schwerttanz und Gaukelei als bei ernster Kriegskunst, und trotz der Vorschrift, strikt “nach Schulrecht” zu fechten, kam es doch immer wieder zu ernsten Raufereien und Körperverletzungen. Im 16. Jh. wird der Fechtunterricht umgekehrt von der Obrigkeit gefördert, während der Durchschnittsbürger das Interesse an Blankwaffen zunehmend verliert.









Schweizer Lager bei Murten 1476 (Luzerner Schilling, 1513)
Schweizer Lager (Berner Schilling, 1483)


 

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zuletzt geändert: 18.01.2007